Sie sind hier:

Rückblick Plenum 2018: Kommunen gestalten die Digitalisierung

Durch Best Practice von einander lernen

(02.10.2018) Ende September war der Landkreis Goslar Gastgeber des Plenums 2018 der ViR-Nordwest. Über 60 IT- und Orga-Fachleute aus Kommunen, Zweckverbänden und Unternehmen waren der Einladung gefolgt. Der Landkreis Goslar gehört neben der Stadt Goslar zu den südöstlichsten Mitgliedern des Netzwerks.

Den Impulsvortrag zur Veranstaltung übernahm in diesem Jahr Niedersachsens IT-Bevollmächtigter, Staatssekretär Stephan Manke, vom des Ministerium für Inneres und Sport. Er wies bei seinen einleitenden Worten darauf hin, dass die Landesregierung nur gemeinsam mit den Kommunen die Digitalisierung zeitnah und konstruktiv gestalten kann. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Angebote zur konkreten Umsetzung in Vorbereitung sind.

Im nachfolgenden Programm ging es in den drei Themenblöcken „Digitalisierung“, „Open Data“ und „E-Government“ um konkrete Praxislösungen aus den kommunalen Aufgabenfeldern.

Im Abschluss-Vortrag berichtete Prof. Dr. Sara Hofmann vom ifib - Institut für Informationsmanagement Bremen GmbH,
 einem Forschungsinstitut an der Universität Bremen, über die ersten Ergebnisse einer aktuellen Studie unter der Fragestellung: "Digitalisierungskompetenz im öffentlichen Sektor – eine Managementaufgabe?

Das Netzwerken kam sowohl während des Plenums als auch beim Abendempfang nicht zu kurz.

Den Programm-Ablauf können dem Einladungsflyer hier (pdf, 711.3 KB) entnehmen.

.

Digitale Identitäten 2020

Konferenz fokussiert sektorübergreifende Strategie für Deutschland

(24.02.2020) Digitale Identitäten sind der Schlüssel zur digitalen Welt, sei es im Gesundheitswesen, in der Bildung, der öffentlichen Verwaltung oder der neuen Mobilität. Doch wie gelingt es uns, eine sektorübergreifende, einheitliche und leicht nutzbare digitale Identität in Deutschland zu schaffen? Diese Frage diskutieren die Teilnehmer/innen am 4. März 2020 auf der Konferenz „Digitale Identitäten 2020“ an der ESMT European School of Management and Technology Berlin unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Zu den Referenten/innen gehört Dr. Martin Hagen (Zentrales IT-Management u. E-Government, Senator für Finanzen, Freie Hansestadt Bremen) mit einem Impulsvortrag zu OZG-Umsetzung. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter Digitale Identitäten 2020.

Abgesagt! 25. Europäischer Verwaltungskongress 2020

KI trifft soziale Intelligenz – erfolgreiche Verwaltungen im digitalen Zeitalter

(22.01.2020) Am 12. und 13. März findet in Bremen die Jubiläumsausgabe des Europäischen Verwaltungskongresses statt. Die zweitägige Veranstaltung steht unter dem Motto: „KI trifft soziale Intelligenz – erfolgreiche Verwaltungen im digitalen Zeitalter“. Für die Fachforen Personal, Strategie und Steuerung, Nachhaltigkeit und E-Government konnten wieder zahlreiche Verwaltungsexperten/innen für aktuelle Impulse und Beiträge gewonnen werden.
Das „Personal-Forum“ beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Nachwuchssicherung und Personalentwicklung. Digitalisierung und IT-Fachkräftemangel sind dabei nur zwei Themen-Beispiele, die in diesem Forum diskutiert werden. Das Forum „Strategie und Steuerung“ stellt sich in diesem Jahr die provokante Frage: „KI trifft soziale Intelligenz – und wann wird die Organisation intelligent?“. Hier werden Formen der Organisation diskutiert, die nicht nur digitalen Möglichkeiten, sondern auch Anforderungen der sozialen Organisation und Transformation gerecht werden. Außerdem geht es um die Rolle von Führungskräften im kommunalen Projektmanagement. Im Forum „Nachhaltigkeit“ wird eine Zwischenbilanz zum Thema Nachhaltigkeit in Kommunen gezogen. Erörtert werden u. a. Praxisbeispiele und aktuelle Herausforderungen der Nachhaltigkeit. Das Forum zum „E-Government“ & Digitalisierung betrachtet den Weg „… - von der Baustelle zur vierten Kulturtechnik“. Chancen, Risiken und Grenzen der Digitalen Verwaltung, künstlichen Intelligenz und Potenziale der KI in einer bürgerzentrierten Verwaltung sind nicht nur Schlagworte einer Managementmode, sondern sie machen auch deutlich, dass tiefgreifende Veränderungen in Verwaltung und Gesellschaft bereits begonnen haben.
Weitere Informationen zu den Vortragsthemen und das Programm des 25. Kongresses finden Sie unter Europäischer Verwaltungskongress 2020.

ViR-Nordwest – Studienreise Dänemark

(04.09.2018) Unter dem Motto „von den Besten lernen“ reiste Ende August eine vierzehnköpfige Delegation der ViR-Nordwest nach Dänemark. Die Teilnehmer/innen informierten sich auf der dreitägigen Studienreise in Kopenhagen und Frederiksberg über die staatlichen und kommunalen Initiativen der skandinavischen Nachbarn. Vor allem durch die umfangreiche inhaltliche Unterstützung der dänischen Botschaft in Berlin – insbesondere durch die Botschaftsrätin für Digitalisierung, Lone Skak-Nørskov – bot das Programm den Teilnehmern/innen viele Ansätze und Anregungen für die Digitalisierung.

Die dänische Staatsregierung und die fünf Regionen haben bereits vor rund 15 Jahren die Weichen für eine breite Digitalisierung und den Ausbau der digitalen Verwaltung gestellt. Im Rahmen gesetzlicher Vorgaben haben dann die 98 dänischen Kommunen zum Teil einzeln oder im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen eigenständig umgesetzt. Das Angebot digitaler Leistungen gliedert sich in Dänemark in drei Zugänge – unabhängig von den jeweiligen Zuständigkeiten. Die Bürger/innen finden alle Angebote im Bürgerportal „borger.dk“. Unternehmen greifen über das Unternehmerportal „virk.dk“ auf alle gewerberelevanten Angebote zu. Und das Gesundheitswesen bietet seine Leistungen über das Gesundheitsportal „sundhed.dk“ den Bürger/innen an.

Die Delegation der ViR-Nordwest konnte sich auf der Studienreise nicht nur einen umfassenden Überblick über die Gesamt-Aktivitäten in Dänemark verschaffen, sondern auch einen Einblick in zentrale IT-Lösungen wie z. B. eID, digitales Postfach, Besuchermanagement/Warteschlangen-Optimierung, Portale oder die Beantragung des biometrischen Reisepasses bekommen. Über die Präsentationen im dänischen Außenministerium, in der Deutsch-Dänischen Handelskammer und in der Kommune Frederiksberg erhielten die Teilnehmer/innen zahlreiche Informationen zu den Digitalisierungsstrategien im öffentlichen Sektor. Die ViR-Nordwest wird einzelne Themen der Reise aufnehmen und im kommenden Jahr für alle Mitglieder nutzbar machen.

.

E-Rechnungen EU-weit ohne Medienbrüche abwickeln

(07.08.2018) Die Bremer Partner – das Finanzressort, Dataport und Governikus – werden die Verknüpfung der Bremer E-Rechnungs-Plattform mit der entsprechenden EU-Plattform umsetzen. Die Europäische Union fördert das Digitalisierungsprojekt mit 651.000 Euro und übernimmt damit drei Viertel der Kosten von insgesamt 868.000 Euro. Damit hat das Bremer Projekt die Höchstförderquote von 75 Prozent erreicht. Finanzstaatsrat Henning Lühr betonte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung am 6. August 2018: "Wo einfache E-Mails nicht mehr reichen, da muss ´PeGGy` helfen. Damit ermöglichen wir die europaweite sichere und schnelle Abwicklung von E-Rechnungen – direkt von Rechner zu Rechner. Das ist vor allem für Power-User mit hohem Datenvolumen interessant, die grenzüberschreitend in der EU tätig sind."

Bis März 2019 wird das Projekt PeGGy von den drei Partnern umgesetzt. Die drei Projekt-Partner teilen sich die Aufgaben wie folgt:

Governikus programmiert die Software.
Dataport stellt die Rechnerkapazität und gewährleistet den Betrieb.
Das Finanzressort testet das Verfahren mit Unternehmen und übernimmt das Marketing für eine deutschlandweite Verbreitung.

Zum Hintergrund: Wofür stehen PeGGy und PEPPOL?
Die Abkürzung PeGGy steht für PEPPOL eInvoicing for Government in Germany – auf Deutsch: elektronische PEPPOL-Rechnungsstellung für Behörden in Deutschland.
Der Name PEPPOL der gleichnamigen EU-Plattform steht für Pan-European Public Procurement OnLine – auf Deutsch: pan-europäische öffentliche Online-Beschaffung.

Internet-Präsenz zum Projekt „Einfach Leistungen für Eltern“ (ELFE)

(25.04.2018) Kürzlich hat die Freie Hansestadt Bremen ihre Informationsseite zum geplanten Online-Verfahren Elterngeld, Kindergeld und Geburtsurkunde im Internet freigeschaltet. Alles wissenswerte zum Projekt „Einfach Leistungen für Eltern“ (ELFE) finden Sie unter www.elfe.online. Dort finden Sie nicht nur ausführliche Information zum Projektstand, sondern auch download-Möglichkeiten für die Demo-App.

Netzwerk-Treffen 1/2018: Ansätze für agile Arbeitsmethoden in der Verwaltung

(16.04.2018) Das erste Netzwerk-Treffen der ViR-Nordwest fand am 10. April 2018 beim Landkreis Heidekreis in Bad Fallingbostel statt. Der Erste Kreisrat des Heidekreises, Oliver Schulze, konnte 22 Teilnehmende der ViR-NW-Mitglieder anlässlich der Veranstaltung zum Thema "Ansätze für agile Arbeitsmethoden in der Verwaltung" begrüßen. Neben einem thematischen Einstieg zur Agilität wurde in den Präsentationen auch deutlich, welche Ansätze für agiles Arbeiten in einzelnen Mitgliedsverwaltungen der ViR-Nordwest bereits bestehen. Das neue Veranstaltungsformat ist bei den Teilnehmern/innen gut angenommen worden. Weitere Treffen für diese Jahr sind bereits in der Planung.

Online-Verfahren "ELFE" in der ViR-Nordwest startet

(20.03.2018) Der Vorstand der Metropolregion Nordwest hat kürzlich den Projektantrag zur "Bereitstellung der Leistungen Elterngeld, Kindergeld und Geburtsurkunde als digitales Verfahren in der Virtuellen Region Nordwest" bewilligt. Hintergrund sind die Aktivitäten der Freien Hansestadt Bremen, die Leistungen für Eltern zu vereinfachen. Mit dem inzwischen unter dem Namen "ELFE – Einfach Leistungen für Eltern" laufenden Projekt auf Bundesebene soll eine einheitliche Regelung gefunden werden.

Die Virtuelle Region Nordwest beabsichtigt mit dem Projekt die praktische Umsetzung von Online-Dienstleistungen für Eltern in ihren Mitgliedskommunen. Die gesetzlichen Voraussetzungen dafür werden von der Freien Hansestadt Bremen in Abstimmung mit den kommunalen und staatlichen Trägern der Leistungen bundeseinheitlich erarbeitet. Ziel ist es, die Dienstleistungen Geburtsurkunde, Eltern- und Kindergeld antragslos und online-basiert anzubieten. Berechtigte sollen künftig der für die Bewilligung des Elterngeldes zuständigen Behörde die Einwilligung erteilen, alle erforderlichen Informationen elektronisch zu ermitteln, um dann, ohne weitere Behördenkontakte, die Leistung bereitzustellen. Die notwendige Geburtsurkunde und Einkommensnachweise werden dazu elektronisch beim zuständigen Standesamt, bzw. beim zuständigen Finanzamt eingeholt.

Das Projekt beinhaltet in den ViR-Mitgliedskommunen Bremen, Bremerhaven, Delmenhorst, Hatten und Oldenburg eine Analyse des Ist-Zustands, die Definition des Soll-Zustands, die technische Machbarkeitsprüfung und die Übertragung auf weitere Kommunen der ViR-Nordwest und - darüber hinaus - der Metropolregion Nordwest.

Insbesondere vor dem langjährigen Erfahrungshintergrund, den die ViR-Nordwest mit ressort- und organisationsübergreifender Zusammenarbeit in interkommunalen E-Government-Projekten erworben hat, möchte sich der Regionalverband aktiv in die Entwicklung und Erprobung eines neuen Verfahrens für Geburtsurkunde sowie Kinder- und Elterngeld einbringen und seine Unterstützung anbieten. Die Virtuelle Region Nordwest möchte dabei eine Vorreiterrolle in der bundesweiten E-Government- und Digitalisierungsentwicklung übernehmen und die Vorteile der neuen Lösung so schnell wie möglich für die BürgerInnen im Nordwesten verfügbar machen. Die in der geplanten Zusammenarbeit entwickelten Umsetzung- und Handlungsempfehlungen können nach Schaffung der gesetzlichen Regelungen von den Kommunen der Metropolregion unmittelbar genutzt werden.

.

ViR-Nordwest im neuen Erscheinungsbild

(07.02.2018) Zum Jahresende 2017 konnten die Arbeiten für ein neues Erscheinungsbild der Virtuellen Region Nordwest abgeschlossen werden. Im Januar 2018 hat dann die Steuerungsgruppe den Beschluss für ein neue Logo des Netzwerks gefasst. Künftig werden alle Veröffentlichungen und Informationen der ViR-Nordwest dieses neue Logo tragen.

Vorschau ViR-NW-Aktivitäten 2018

(25.01.2018) Für das Jahr 2018 wird die ViR-Nordwest bewährte und neue Aktivitäten zur Verbesserung des Informationsaustauschs, der Kommunikation und der Zusammenarbeit initiieren. Insbesondere vor dem Hintergrund der Digitalisierung von Verwaltungsaufgaben – teilweise durch Bundes- oder Landes-Regelungen erforderlich – haben ViR-NW-Mitglieder den Wunsch geäußert, über die ViR-Nordwest weitere Informationen zu erhalten. Gewünscht werden u. a. Arbeitsgruppen zu speziellen Themen. Die bereits bestehende AG zur Einführung der E-Rechnung ist dabei ein Beispiel für weitere einmalige oder regelmäßige Arbeitsgruppenformen.

Außerdem sollen über Veranstaltungen weitere Informationen bereitgestellt und das Networking angeregt werden. Dazu wird es in diesem Jahr erstmalig sogenannte Netzwerk-Treffen geben. Die Halbtages-Veranstaltungen finden jeweils bei einem ViR-NW-Mitglied statt und sind in einem überschaubaren Teilnehmerrahmen (ca. 30 bis 40 Teilnehmer/innen) vorgesehen. In Impuls-Vorträgen und Präsentationen wir darin ein spezielles Fach-Thema dargestellt und mit den Teilnehmern/innen diskutiert. Außerdem besteht Gelegenheit zum Informationsaustausch. Ein erstes Netzwerktreffen findet am 10. April 2018 zum Thema „agile Arbeitsmethoden in der Verwaltung“ beim Heidekreis in Bad Fallingbostel. Eine gesonderte Einladung erfolgt in Kürze.

Ein weiteres Netzwerktreffen zum Thema „IT-Sicherheit“ ist für die zweite Jahreshälfte 2018 geplant. Außerdem ist eine Studienfahrt nach Dänemark für die Jahresmitte geplant, die Impulse zur Digitalisierung für die ViR-Nordwest-Mitglieder liefern soll. Im Herbst findet dann das jährliche Plenum – in diesem Jahr in Goslar – statt. Dort sollen internationale Aktivitäten der Digitalisierung als kommunale Best Practice-Beispiele vorgestellt werden.

.

Bremisches E-Government-Gesetz beschlossen

(30.11.2017) "Für eine serviceorientierte, moderne Verwaltung sind elektronische Kommunikationswege unverzichtbar. Der Senat hat die Digitalisierung der Verwaltung ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt. Mit zahlreichen Projekten wird die Modernisierung der Verwaltungsdienstleistungen vorangetrieben. Dazu gehören unter anderem die Einführung der E-Rechnung, der flächendeckende Einsatz von E-Akten oder Terminvergaben im Netz. Verwaltungsdienstleistungen sollen einfacher, nutzerfreundlicher und effektiver angeboten werden. Für den flächendeckenden Einsatz des so genannten E-Governments bildet der vom Senat beschlossene Entwurf für ein Bremisches E-Government Gesetz den rechtlichen Rahmen", erläutert Bürgermeisterin Karoline Linnert im Anschluss an die heutige Senatssitzung (Dienstag, 28. November 2017). "Der flächendeckende Einsatz elektronischer Abläufe im Verwaltungshandeln ist eine Daueraufgabe. Wir wollen die Digitalisierung beschleunigen und haben dafür im Haushalt 2018/2019 pro Jahr 15 Millionen Euro Verstärkungsmittel eingeplant. Gut investiertes Geld – denn diese Investitionen zahlen sich aus – durch besseren Service und effizientere Arbeitsabläufe."

Zentrale Punkte des Gesetzes sind:

  • Die Verwendung von E-Rechnungsverfahren wird für Unternehmen nach einer Übergangsphase vorgeschrieben werden. Der Grund: Auf Dauer zweigleisig zu fahren, also Papierrechnungen und elektronisch normierte Verfahren parallel anzubieten, führt zu Kostensteigerungen und erhöht den Arbeitsaufwand in der Verwaltung und auch bei den Unternehmen. Mit der Einführung der E-Rechnung soll das Gegenteil erreicht werden – effizientere Arbeitsabläufe bei der Verwaltung und Firmen, die auf beiden Seiten Kosten und Zeit sparen, Portokosten entfallen komplett. In Dänemark und Italien ist die E-Rechnung bereits zwingend vorgeschrieben.
  • Bis zum 1.1.2022 ist die elektronische Akte flächendeckend einzuführen. Bis dahin sollen die schon von der Verwaltung an vielen Stellen begonnenen Projekte zur Umstellung auf elektronische Prozesse zum erfolgreichen Abschluss geführt werden.
  • Die Barrierefreiheit bei allen E-Government-Verfahren soll schrittweise umgesetzt werden. Nicht alle zurzeit verwendete Software ist komplett barrierefrei. Das Ziel der Barrierefreiheit ist bei der Planung, Entwicklung, Ausschreibung und Beschaffung zu berücksichtigen. Der Senat ist verpflichtet, jährlich einen Bericht über die erzielten Fortschritte vorzulegen. Damit geht das Bremer Gesetz über das Bundesgesetz hinaus.
  • Alle Behörden müssen zusätzlich zu den schon bekannten elektronischen Kommunikationswegen, eine verschlüsselte Kommunikationsmöglichkeit anbieten. Damit können Bremerinnen und Bremen sicher sein, dass ihre Kommunikation mit den Behörden vollständig vertraulich sein wird. Die Senatorin für Finanzen plant, dafür möglichst viele verschiedene Standards zu unterstützen, wie u.a. PGP, das in der Computerszene weit verbreitet ist, oder das Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach, das vor allem von Anwälten und Notaren genutzt wird.

.

Rückblick Plenum 2017

Titelbild Plenum 2017

(06.11.2017) Unter dem Titelthema „Verwaltung 4.0 – Aufbruch in eine bessere Welt?“ fand am 25. und 26. Oktober 2017 das diesjährige Plenum der Virtuellen Region Nordwest (ViR-Nordwest) in der Seestadt Bremerhaven statt. Rund 100 Teilnehmer/innen von Kommunen und IT-Dienstleistern informierten sich über die Themen „E-Rechnung“, „E-Akte“ und „Digitalisierungsprogramm“. Eine interessanten Einstieg in das zweitägige Plenum lieferten Daniel Becker und Ralf Franz von der bremenports GmbH & Co. KG. In seinem Impulsvortrag präsentierte Becker, mit welcher Strategie die Hafen- und Logistik-Gesellschaft die Digitalisierung umsetzt, um im Auftrag der Freien Hansestadt Bremen die Infrastruktur der Hafengruppe Bremen/Bremerhaven verwalten zu können. Welche Aufgaben in der Hand von bremenports liegen, zeigte auch die anschließende Bus-Tour durch die Bremerhavener Hafenanlagen, die u. a. Dreh- und Angelpunkt für den Schiff-Fracht-Verkehr mit den Vereinigten Staaten sind. Das Netzwerken stand dann bei der Abend-Veranstaltung in der Kult-Location „Die letzte Kneipe vor New York“ im Mittelpunkt.

Am zweiten Tag ging es zunächst um das Thema E-Rechnung. Torsten Brummer von der Stadt Oldenburg und Dr. Jan Thiele von der Freien Hansestadt Bremen präsentierten Erfahrungen und Erkenntnisse aus der praktischen Umsetzung der E-Rechnung in einer Kommune und über die Notwendigkeiten einer Standardisierung unter dem Stichwort „XRechnung“. Über den Fortgang der Umsetzung in Niedersachsen von Seiten der Landesregierung informierte anschließend Dr. Martin Hube (Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport). Alle drei Referenten sind auch Mitglieder der „Projekt-Gruppe E-Rechnung“ der ViR-Nordwest, die sich regelmäßig austauscht.

Im zweiten Themenblock des Plenums stand die E-Akte im Fokus. Einen Projektbericht zur Digitalisierung der allgemeinen Schriftgutverwaltung lieferten Uwe Böye und Oliver Abel von der Stadt Bremerhaven. Ebenfalls praxisnah berichtete Stefanie Oppermann (Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen) über die Bremer Erfahrungen im Umsetzungsprozess „E-Akte“ und zeigte auch auf, welche „Fallstricke“ Verwaltungen bei der Einführung der E-Akte vermeiden sollten. Ergänzt wurde der Themenblock von der Darstellung der Organisation von Scan-Prozessen für den Posteingang bei der Stadt Osnabrück, den Hauke Hartmann informativ und unterhaltsam den Teilnehmern/innen nahe brachte.

Im letzten Themenblock "Digitalisierungsprogramm“ wurde bundesweite Entwicklung in Sachen E-Government und Digitalisierung beleuchtet. Jörg Bräutigam vom Bundesministerium des Innern erläuterte die Realisierung des Portalverbundes und Aufbau der Authentifizierung für Bürger und Unternehmen. Dass dieses Thema noch in den Anfängen steckt und vor allem im kommunalen Umfeld sehr kritisch gesehen wird, wurde schnell deutlich. Ob und wie ein Portalverbund möglich ist, hängt auch stark von einer gemeinsamen Vorgehensweise und der Konsensfähigkeit von Bund, Ländern und den Kommunen ab. Das wurde auch im Vortrag von Dr. Martin Hagen von der Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen deutlich. Einen vorbildlichen Weg ist nach Meinung von Dr. Hagen Dänemark gegangen. Die Skandinavier haben für den gesamten öffentlichen Sektor einen Portalzugang für Bürger und ein Portal für Unternehmen. Lediglich für das Gesundheitswesen wurde ein drittes Portal eingerichtet. Auf der Basis seiner aktuellen Erfahrungen im Projekt „E-Geburt“ erläuterte Dr. Hagen, dass die Verwaltung in Deutschland viel stärker auf den Bedarf der Bürger und Unternehmen eingehen muss, um die einen Nutzen und Mehrwert für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung zu erzielen

Im letzten Vortrag des Tages informierte Renate Mitterhuber, Leiterin der Geschäftsstelle des IT-Planungsrates über die Arbeit des föderalen Gremiums und die Auswirkungen des Online-Zugangsgesetzes. Allein schon einen Konsens zwischen Bund und Ländern zu finden, ist auch für den IT-Planungsrat ein schwieriges Ziel, aber auch elementare Voraussetzung für E-Government und die Digitalisierung der Verwaltung.

Die Abschlussdiskussion unter der Fragestellung „Welcher Weg führt in eine bessere Welt?“ konnte dann auch nur bedingt Antworten liefern. Die Ausgangslage ist klar, was jetzt kommen muss, sind der Wille und die Initiative zur Gestaltung einer virtuellen Verwaltung. Alle Teilnehmer/innen waren sich einig, dass die Verwaltung vor großen Herausforderungen, aber auch Chancen steht.

Die Präsentationen der Veranstaltung stehen im Mitglieder-Bereich der ViR-Nordwest zum Download zur Verfügung.

Deutscher Landkreistag: Handreichung zur Einführung der E-Akte

(17.08.2017) Der Deutsche Landkreistag hat eine Handreichung zur Einführung der E-Akte in der Kreisverwaltung veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung gibt die Broschüre konkrete Hinweise. Dabei werden auch Fragestellungen des ersetzenden Scannens von Dokumenten, der Archivierung sowie der Authentifizierung angesprochen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei der Planung, Einrichtung und Umsetzung entsprechender Dokumentenmanagementsysteme und elektronischer Akten. Die Handreichung greift dabei gute Praxiserfahrungen auf und gibt sinnvolle Hinweise von Praktikern für Praktiker – nicht nur in Kreisverwaltungen.